Dieses Zitat von Adolph Kolping kann in Zeiten des Phänomens der Globalisierung, der damit verbundenen Beschleunigung der Wirtschaft und der erhöhten Ansprüche an deren Führungskräfte zu einem Leitmotiv werden. Um mit den neuen Herausforderungen umgehen zu können, sind neue Perspektiven des Managements nötig. Mut zur Veränderung und zum Anderssein ist genauso wie die Fähigkeit, andere von einer Vision zu überzeugen und entsprechend zu motivieren, eine Anforderung an die Führungskraft von heute. Dennoch sind die oft als antiquiert bezeichneten Grundsätze erfolgreichen Managements aktueller denn je.
1. Jeder Manager benötigt klar definierte Ziele und muss sich über die von seinem Team geforderten aber auch die von anderen Einheiten zu erwartenden Leistungen bewusst sein. Die Ableitung der Ziele erfolgt aus der Mission des Unternehmens. Somit sollte an sie der Anspruch erhoben werden, einen Beitrag zur Realisierung der Unternehmensvorhaben in sämtlichen Tätigkeitsbereichen darzustellen.
2. Um die definierten Ziele zu erreichen, „gewinnt“ der Manager seine Mitarbeiter und achtet dabei auf die Ausgewogenheit der sich im Team befindlichen Qualifikationen. Er bezieht sein Wissen aus dem entstehenden Netzwerk und nutzt dadurch die Gruppendynamik, die durch unmittelbare, offene und gegenseitige Kommunikation gewährleistet ist. Erst durch dieses Wissen ist er in der Lage, Entscheidungen zu treffen.
3. Entscheiden ist eine der wesentlichsten Aufgaben einer Führungskraft. Durch die präzise Bestimmung des Problems, die Herausarbeitung aller möglichen Alternativen, die Risikoanalyse und den Entschluss zu einer realisierbaren Lösung bewältigt der Manager diese kritische Aufgabe. Während des Entscheidungsprozesses achtet er auf die Partizipation seiner Mitarbeiter und sucht den Konsens.
4. Die Qualität seiner Entscheidungen hängt maßgeblich von der Qualifikation und der Motivation seines Teams ab. Deren Optimum erreicht der Manager, in dem er seinen Mitarbeitern einen Grund gibt, nach oben zu wollen. Zudem muss er die Courage und das Vertrauen in sich selbst besitzen, Aufgaben zu delegieren und so Kompetenz zu teilen. Sein Wissen um die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter erleichtert ihm dies.
Eine erfolgreiche Führungskraft ist sich über das Wozu bewusst und teilt dieses Wissen mit ihren von ihr gewählten und organisierten Mitarbeitern. Dadurch trägt sie einen Teil zur Motivation und der damit verbundenen Leistungssteigerung in ihrem Team bei und profitiert so schlussendlich selbst davon. In turbulenten Zeiten ist es jedoch elementar, Rückgrat zu beweisen und hinter getroffenen Entscheidungen zu stehen – was allerdings auch das Eingestehen von falsch getroffenen Entscheidungen inkludiert. Dieser integere Führungsstil gegenüber der Organisation, seinen Mitarbeitern und sich selbst befähigt den Manager, den bereits bestehenden und den kommenden Herausforderungen gerecht zu werden und diese Kompetenz in Form von weitreichender Motivation weiterzugeben. Diese Art der Führung ist nicht bequem, sondern erfordert beträchtliche Anstrengungen. Jedoch sollte eine Führungspersönlichkeit das tun, was ihr am Herzen liegt, und sie sollte es gerne tun. Denn nur das, was wir gerne machen, machen wir auch gut.
